Dem Leben vertrauen...

In dem Moment, in dem man es am wenigsten erwartet, geschehen die ungewöhnlichsten Dinge.

Wenn es schöne Dinge sind, wunderbar.


Aber was, wenn von einem Tag auf den anderen die Welt zusammen zu brechen scheint, sich eine Baustelle an die andere reiht und es immer schwieriger wird, den Ausgang zu finden? Was tun, wenn der Kopf keine Antworten mehr hat, der Bauch zu durcheinander, um eine Richtung zu geben, das Herz zu schwach, um den eigenen Kurs wieder aufzunehmen?


… tief Atmen, die Gedanken und Gefühle beobachten, wieder tief Atmen und den Dingen die eigene, ungestörte Entwicklung lassen…

Man muss den Dingen die eigene, ungestörte Entwicklung lassen, die tief von innen kommt und durch nichts gedrängt werden kann, alles ist austragen und gebähren…


Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt und getrost den Stürmen des Frühlings steht, ohne Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte.


Er kommt doch!


Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos, still und weit…


Man muss Geduld haben mit dem Ungelösten im Herzen, und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben, und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.


Es handelt sich darum, alles zu leben. Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremdes Tages in die Antworten hinein. (Rainer Maria Rilke)


Wir Menschen glauben heutzutage, dass wir die Welt durch Fortschritt und Technologie positiv verändern und beherrschen können, vergessen dabei jedoch, dass die stärkste Kraft in uns selber liegt. Eine Kraft, die kein Geld kostet, nicht erlernt oder erarbeitet werden muss und nie versiegt.

Sie ist bereits da, in JEDEM von uns vorhanden, darauf wartend endlich mit großen Schritten auf ihrem Lebensweg voran schreiten zu können.


Dieser Kraft ist es egal, was die Nachbarn sagen, was die Familie denkt oder ob sie ihr Gesicht verlieren könnte. Diese Kraft will sich entfalten, möchte sein und jeden einzelnen von uns nach Hause führen.

Aus diesem Grund geschehen manchmal Dinge, die ausweglos scheinen, die der Kopf nicht versteht und dem Herzen schmerzen.


Wenn wir es lernen, dieser Kraft in uns zu vertrauen, ist es egal, was um uns herum geschieht. Denn dann wissen wir, dass alles einen tieferen Sinn hat, dass wir getragen und immer gehalten werden. Dann erkennen wir, dass alles nur den einen Sinn hat: zu lernen und zu wachsen, um uns selber zu finden. Nicht durch Dinge im Außen, wie Status, Geld und Anerkennung, sondern ganz tief im Inneren, wo Stille unsere Essenz ist. Diese Kraft ist die Stimme in unserem Herzen! (16.02.2017)