... der Hund und die Leine

Eines wunderbaren Tages ging ich mit dem Nachbarshund spazieren, weil dieser mir ins seinem Zwinger sitzend irgendwie Leid tat. Dieser junge Hund jung, in seiner Wildheit gefangen, kann seine Euphorie bezüglich der ihm gebotenen Freiheit nicht unterdrücken. Wenn er sie bekommt, ist er nicht mehr zu halten… Dies hat zur Folge, dass er alle Menschen um sich herum mehr oder weniger verschreckt und sie ihn am Liebsten gleich wieder anleinen bzw. in den Zwinger stecken wollen.


Ich tat es trotzdem, nahm mir die Leine, holte diesen Hund aus seiner Behausung und ließ mich die ersten 20 Minuten über die Wege und Felder ziehen. Irgendwann blieb ich stehen, ziemlich entnervt und ein wenig hoffnungslos der Situation entgegen sehend. Ich sah diese wundervolle Weite der Landschaft, diesen Frieden um mich herum und diesen drängelnden Hund vor mir. In diesem Moment wurde mir klar, warum mir das passiert, was mir diese Situation sagen möchte…


Alles, was uns im Leben begegnet, kann uns ein Lehrer sein; wenn wir dieses wollen auch ein Hund!
In diesem Moment des Innehalten wurde mir bewusst, wie sehr wir Menschen immer an der Leine ziehen, immer in eine Richtung drängen, die vielleicht „noch“ gar nicht für uns bestimmt ist. Wie wir alles unter Kontrolle haben und beeinflussen wollen. Wie wichtig uns Menschen es ist, dass wir die Richtung vorgeben und wie schwer es uns fällt, uns wirklich vertrauensvoll einem größeren Ganzen hinzugeben.


Wollen wir nicht immer alles sofort und am besten so viel wie möglich davon? Wie dieser Hund, wenn er aus dem Zwinger kommt und glaubt in jede Sekunde seiner Freiheit seine ganze Kraft und bis zur Erschöpfung alles zu geben, was möglich ist.


Aber ist es nicht so, dass wenn wir lernen auf die Signale und Impulse in uns zu hören, es sich viel einfacher und entspannter leben lässt? Wenn wir lernen der Stimme in uns zu vertrauen und dieser zu folgen, es gar nicht mehr notwendig ist, zu drängeln oder zu ziehen, weil sich alles von allein in den Lebensweg legt. In deinen Weg wie ein Stein, der kein Hindernis darstellt, sondern der dich daran erinnert, innezuhalten, zu reflektieren und dankend anzunehmen, was gerade ist! Auch wenn es vielleicht nicht viel ist oder anders als erwartet, aber es ist, DU bist!


In dem Moment, in dem wir weniger wollen, uns dem Gegebenheiten anpassen, fühlen und mit dem fließen, was uns umgibt, in dem Moment sind wir wirklich frei und das gesamte Feld steht uns zu Verfügung.

Wenn wir begreifen, dass unser eigener Verstand die Leine ist, die uns festhält, uns blockiert und einengt, in diesem Moment ist der erste Schritt in Richtung innere Freiheit getan. Weg von der Angst, dem Festhalten und dem Kontrollieren, hin in einem Bereich der größer ist als alles, was der Verstand jemals im Stande ist zu erdenken. (21.02.2017)

Medialer Abend am Freitag, 12.10.2018 von 18.30 bis 19.30 Uhr

Eintägiger medialer Workshop am Samstag, 13.10.2018 von 10 bis 17 Uhr

Einzelsitzung am Sonntag, 14.10.2018

Termine nach Vereinbarung telefonisch unter 0174 7806838 oder per E-Mail unter angelaburgdorf@gmx.net

Termine nach Vereinbarung telefonisch unter 0159 03017493 oder per Email harbich.regina(at)gmail.com