Die Welle

Vielleicht hast du als Kind gern am Wasser gespielt, Burgen gebaut, diese mit Türmen versehen, eine Mauer um die Burg errichtet, damit sie gut geschützt ist. Als du deine Burg gebaut hast, dachtest du vielleicht noch gar nicht daran, dass sie eines Tages nicht mehr da sein könnte. Oder du wähntest sie vor den Wellen des Wassers in Sicherheit.


Dann näherte sich langsam die erste Welle. Es waren nur noch ein paar Zentimeter, dann würde das Wasser die Mauer erreichen. Wenn erst das Wasser die Mauer erreicht,  würde sie bald durchlässig und schließlich deine schöne Burg zerstören. Die Abstände zwischen Welle und Mauer wurden kleiner, die Kraft des Wasser schier unaufhaltsam.


Was tust du als Kind? Du wirst vielleicht noch einige Momente versuchen, diese unbändige Naturkraft aufzuhalten, dich vor deine Burg setzen. Das Wasser platscht an den Seiten deines Körpers vorbei und irgendwann siehst du ein, dass egal wie du sie schützen möchtest, du keine Chance hast.

Du verstehst, dass es da etwas Größeres gibt als du es bist, eine Kraft die sich nicht aufhalten lässt. Du trittst einen Schritt zurück und beobachtest, wie die nächste Welle die Mauer durchbricht, deine Burg erfasst und sie mit in die Tiefen des Ozeans nimmt. Die Welle zieht sich zurück und dort, wo gerade noch dein Kunstwerk stand, ist nicht mehr zu sehen als nasser, glatter Sandstrand.


Als Kind war die Burg und die Mauer aus Sand, es brauchte keinen großen Kraftaufwand, sie zu vernichten. Je älter wir werden, desto härter und fester wird die Mauer und desto größer unsere Burg.


Wenn wir uns vorstellen, wir tauschten die Burg gegen unser Ego und unsere Zweifel, Ängste, Glaubenssätze, Verletzungen, all die gemachten Erfahrungen und daraus resultierenden Einstellungen gegen die Mauer, wie sähe deine Mauer und wie deine Burg aus?

Wie hoch ist die Mauer um dein scheinbares ICH. Wie sehr hälst du an deinem ICH fest, willst es beschützen, weil du glaubst, dass du dieses ICH bist?


Die Welle wird kommen! Sie nähert sich ganz langsam und stetig deiner Mauer und deiner Burg. Du nimmst sie war in Form von Unzufriedenheit, Unbehagen, Krankheiten, kleinere oder größere Schicksalsschläge. Sie zeigt sich durch den Wunsch, etwas in deinem Leben verändern zu wollen. Manchmal kreuzen Menschen deinen Weg, die dich berühren, dich inspirieren, zu denen du dich hingezogen fühlst, die einfach anders sind als du. Auch diese Menschen sind die Welle.


Die Welle, sie steht für Gott, die Natur, das Große und Ganze, die universelle Kraft, für deine Seele … Sie klopft an, möchte dich aufzurütteln, dir sagen, dass es keine Notwenigkeit gibt eine Mauer aufzubauen, weil es in Wirklichkeit kein Ego gibt. Sie möchte dich einladen, aufzuspringen und eine Weile auf ihr zu verweilen, mit ihr zu fließen. Bis eine neue Welle kommt, die dich wieder weiter trägt, bis du Zuhause bist.

... und du erkennst, dass es nie etwas anderes gab als nassen, glatten Sandstrand und du derjenige bist, der irgendwann als Kind begonnen hat, eine Mauer und eine Burg zu bauen. (25.04.2017)




Medialer Abend am Freitag, 12.10.2018 von 18.30 bis 19.30 Uhr

Eintägiger medialer Workshop am Samstag, 13.10.2018 von 10 bis 17 Uhr

Einzelsitzung am Sonntag, 14.10.2018

Termine nach Vereinbarung telefonisch unter 0174 7806838 oder per E-Mail unter angelaburgdorf@gmx.net

Termine nach Vereinbarung telefonisch unter 0159 03017493 oder per Email harbich.regina(at)gmail.com